Die Hauptattraktion der Tour ist der Salar de Uyuni, der größte Salzsee der Welt, der zu dieser Zeit trocken, in der Regenzeit aber kaum befahrbar ist. Wir alle fieberten gespannt diesem Höhepunkt entgegen und am dritten Tag unserer Tour sollte es endlich soweit sein. Vorher überwanden wir uns aber, zum Sonnenaufgang aufzustehen, um zum Salar zu gehen:

Nach dem Frühstück fuhren wir zu einer der 32 Inseln im Salar, der Incahuasi. Auf dieser Insel stehen Kakteen, die teilweise mehr als 1.000 Jahre alt sind. Doch nicht nur das: Von dieser Insel aus bekommt man erst einen Eindruck, wie groß dieser Salar überhaupt ist.
Zuvor waren wir etwa eine Stunde lang mit – geschätzt – mehr als 100 km pro Stunde über den Salar unterwegs, immer gerade aus – der Tacho funktionierte übrigens nicht.








Wieder unten angekommen begutachteten wir den Salar selbst, fuhren weiter und legten Stopps ein:












Nachdem wir an einem Salzwerk vorbeigekommen waren und eine Mittagspause eingelegt hatten, ging es weiter zu einem Zugfriedhof, welcher sich als sehr spannender Ort herausstellen sollte:



Schließlich in Uyuni angekommen – einer Stadt mit schönen kolonialen Gebäuden – , spazierten wir noch ein bisschen über den Markt, auf dem wirklich alles zu finden ist, bis wir schließlich nachmittags die Rückfahrt antraten.




Wir waren jetzt nur noch vier Gäste, die beiden Schwestern waren in Uyuni geblieben. Also traten wir vier zusammen mit dem Fahrer die Fahrt in Richtung Chile an.
Zuerst fühlten wir uns alle sehr sicher, aber als es schließlich dunkel wurde und unser Fahrer scheinbar verunsichert fuhr, wurden wir immer unruhiger.
Irgendwann waren wir uns einig, es wäre vielleicht besser, selbst zu fahren und als wir dann auch noch an einem Auto vorbeikamen, das sich überschlagen hatte, weil der Fahrer eingeschlafen war, konnten wir uns kaum mehr beruhigen.
Unser Fahrer aber versicherte uns, er würde lieber langsam - wir hatten das als Unsicherheit gedeutet – und vorsichtig fahren, denn viele Leute würden sehr verantwortungslos unterwegs sein, viele Unfälle bauen und die bolivianische Polizei würde auch Betrunkene weiterfahren lassen, gegen eine „Gebühr“ von 50 Bolivianos, was etwa 4,50 Euro entspricht.
Irgendwann ging es dann nahezu querfeldein über den sandigen Boden, wir durchquerten einige meterbreite Flüsse und fragten uns zwischendurch, ob denn wirklich alles in Ordnung sei und der Fahrer wisse, wohin wir eigentlich wollten. Immerhin ging es nun neben dem Weg nicht mehr steil die Böschung hinunter. Mehr als Wegdriften konnte uns also nicht passieren. Und obwohl der Fahrer wirklich verantwortungsvoll gefahren war, fiel uns ein Stein vom Herzen, als wir abends endlich wohlbehalten in unserer Unterkunft – noch in Bolivien – ankamen.
Am nächsten Morgen weckte Jonas den Fahrer um 5 Uhr – wir schliefen wieder dick verpackt im Viererzimmer im Schlafsack und hängten noch extra ein Stück Stoff vor die undichten Fenster, der Fahrer schlief bei halboffener Tür – und dann fuhren wir los in Richtung Chile.
Nach einigen Stunden Fahrt entdeckten wir einen Jeep voller Touristen. Der Fahrer und eine andere Frau waren gerade dabei, Wasser zu kochen. Ihnen war während des Fahrens das Kühlwasser eingefroren.
Also stiegen wir aus und weil Bettina gerade so passend da stand, drückte ihr unser Fahrer eine Eisenstange mit einer Benzin getränkten Socke in die Hand und noch bevor wir realisierten, dass er sie anbrennen wollte, stand die Socke in Flammen.
Unser Fahrer fuhr mit der brennenden Socke über den Kühler, um das Eis zu schmelzen. Doch dieses Auto war nicht zu retten. Wir schoben es mit unserem Jeep von hinten und dann von vorne an, gaben fast unser ganzes Wasser her, um das Kühlwasser des anderen Jeeps aufzufüllen, aber dieser holperte immer nur wenige Meter und irgendwann gab auch unser Fahrer auf und wir ließen den Jeep samt vier Gästen stehen. Unser Fahrer war ziemlich empört über die Verantwortungslosigkeit einiger Agenturen und wieder einmal waren wir froh darüber, diese Agentur gewählt zu haben. Unser Fahrer war wirklich sehr zuverlässig, nur waren wir am Abend davor doch sehr verunsichert gewesen.
Unsere Tour jedenfalls hat sich unglaublich gelohnt. Zwar war es nachts sehr kalt und auch sonst war sie nicht gerade luxuriös, aber wir haben so unglaublich viel gesehen und mehr hätten wir für 65.000 Pesos, also grob 90 Euro für vier Tage wirklich nicht erwarten können. Wir sind begeistert und können nicht glauben, was wir alles in diesen vier Tagen gesehen haben.
Seit gestern sind wir wieder in San Pedro de Atacama, wo wir heute erst einmal in einem Canyon beim Mountainbiken waren, aber dazu ein anderes Mal.
Madeleine